10 Möglichkeiten, um deinen Podcast zu monetarisieren

Einen Podcast zu monetarisieren ist keine Zauberei. Es gibt viele bewährte Methoden, die für kleine und große Podcasts funktionieren. Nur einer Sache solltest du dir dabei immer bewusst sein: wer Geld für etwas bekommt, trägt Verantwortung.

➡️ Bevor wir starten: Monetarisierung setzt immer Erfolg voraus. Dabei geht es nicht zwingend um die absoluten Download- und Hörerzahlen, sondern darum ob du eine relevante Zielgruppe erreichst.

1. Advertising und Sponsorships

Die gängigste Art der Monetarisierung ist Advertising, also das Schalten von Werbung. Dabei bewirbst du innerhalb deines Podcasts ein Produkt oder eine Dienstleistung. Die Werbeform gilt dann als besonders erfolgversprechend, wenn die Werbung vom Podcaster selbst eingesprochen wird, also nativ ist. Dies nennt sich auch Host-Read-Ads.

Die Unternehmen für die Werbung gemacht werden, analysieren natürlich den Erfolg der Massnahme. Dafür werden oft individuelle Gutscheincodes oder URLs generiert, damit die Werbetreibenden prüfen können, wie viel Wirkung die Werbung hatte.

Die Podcast-Plattform Acast wirbt beispielsweise damit, dich bei der Vermittlung von Werbedeals zu unterstützen.

Eine Alternative zu klassischer Werbung sind Sponsorships, also langfristige Partnerschaften. Eines der bekanntesten Beispiel ist der Interview-Podcast Rolemodels von Isabelle Sonnenfeld und David Noel, der von MercedesMe gesponsert wird. Die Zielgruppe beider Formate passen hervorragend zusammen.

2. Affiliate Marketing für Podcasts

Affiliate Marketing ist sowas wie die low hanging fruit der Monetarisierung. Zugegeben, das große Geld lässt sich mit Affiliate selten verdienen, aber oft lassen sich dadurch anfallende Kosten zumindest decken.

💡 Affiliate Marketing funktioniert so: Angenommen du hast einen Podcast über Videospiele, indem du regelmäßig deine Lieblingsspiele vorstellst. Auf deinem zugehörigen Blog oder in den Shownotes verlinkst du die Spiele z.B. auf Amazon. Jedes Mal wenn ein Nutzer über diesen Link das Spiel bei Amazon kauft, bekommst du eine geringe Provision.

Beim Affiliate-Marketing verdienst du mit, wenn Hörer*innen Produkte auf deine Empfehlung hin kaufen - ohne das für die Hörer*innen höhere Kosten entstehen. Affiliate-Marketing ist damit einer der angenehmsten Werbeformen, bei der auch für dich wenig Aufwand entsteht.

Eines der bekanntesten Affiliate-Netzwerke ist Awin. Einfach kostenlos anmelden, dich bei Publishern bewerben und los gehts.

3. Mit Subscriptions Podcasts monetarisieren

Subscriptions sind ein sehr ertragreiches Erlösmodell für Podcasts mit starker Fanbase. Hier unterstützen dich deine Hörer*innen direkt mit monatlich-wiederkehrenden oder einmaligen Zahlungen.

Auf Plattformen wie Patreon oder der deutsche Alternative Steady kannst du dir eine Fanseite einrichten, damit Hörer*innen dich mit einer geringen Gebühr unterstützen können. Im Gegenzug erhalten sie Extra-Inhalte, Zugang zu exklusiven Chatgruppen, Hintergrundinfos etc.

Gute Beispiele für Abomodelle sind etwa der Politik-Podcast Lage der Nation, der über die eigene Website Gelder einsammelt. Oder der Podcast Radio Nukular, der über die Plattform Patreon von 667 Fans unterstützt wird.

Auch Apple und Spotify haben mittlerweile eigene Lösungen für Abo-Modelle direkt im Produkt ausgerollt. Seit Mai 2021 können Hörer*innen direkt in Apple Podcasts bezahlte Abos für ausgewählte Shows abschließen und erhalten so Zugang zu werbefreien Folgen oder zusätzlichen Inhalten. Dabei ist unter anderem Hotel Matze und der Business Insider Podcast Macht und Millionen.

Seit November vergangenen Jahren können deutsche Hörer*innen auch bei Spotify Paid-Podcasts abonnieren, so zum Beispiel bei Geschichten aus dem Altbau.

4. Merchandise

Gemischtes Hack tut es, Gästeliste Geisterbahn tut es und Mordlust tut es auch. Merchandising. Der Verkauf von Fanartikeln ist wahrscheinlich so alt wie das Fandom selbst und extrem effektiv.

Von Felix Lobrecht und Tommi Schmitt gibt es mittlerweile nicht mehr nur Tassen und T-Shirts, sondern auch ein Kartenspiel und einen Trolley. Der Podcast Gästeliste Geisterbahn hat einen großen Shop bei Spreadshirt.

Für Podcasts und Hosts mit etablierten Fankreis sind Merch-Artikel eine sinnige Idee, um den Podcast zu monetisieren und dabei den Fans noch Mehrwert zu liefern.

5. Events

Das Podcast-Festival Auf die Ohren kennst du wahrscheinlich schon. Einmal jährlich vereinen die Organisatoren rund um Timo Neitzel Podcaster*innen und Fans für das erste deutsche Podcastfesival.

Viele Podcaster gehen aber auch selbst auf Tour und verdienen so an Ticketverkäufen - ähnlich wie Musiker*innen. Zu den Live-Podcastern gehören unter anderem Radio Nukular, Lage der Nation oder auch Mama Lauda.

6. E-Books & Digitale Produkte

Wer sein Wissen (oder seinen Humor) nicht nur mündlich, sondern auch schriftlich darbieten will, kann über Plattformen wir Gumroad digitale Produkte wie E-Books, Onlinekurse oder Templates verkaufen.

Das lohnt sich vor allem für Podcaster*innen, die in ihrer Show über ihr Wissen oder ihre Erfahrungen erzählen. Ein Fotografie-Podcast kann Presets verkaufen, ein Business-Podcast die besten Tipps in ein E-Book fließen lassen und ein Podcast übers Studieren kann Templates verkaufen, die das Lernen einfacher machen. Dadurch erhältst du eine indirekte und passive Einnahmequelle, die nicht vom Veröffentlichen neuer Folgen abhängig ist.

7. Eigene Dienstleistungen anbieten

Wer sich als Expert*in einen Namen gemacht hat, kann sein Wissen auch als eigene Dienstleistung anbieten. So nutzt beispielsweise die Social-Media-Strategin Ann-Katrin Schmitz ihren Podcast Baby Got Business, um ihre Tätigkeiten als selbständige Beraterin zu bewerben.

Oder Alexander Graf, der seinen Podcast Kassenzone über die Jahre zu einem der wichtigsten Medien im Bereich E-Commerce aufgebaut hat und u.a. dadurch selbst einer der gefragtesten Experten zu Digital Commerce ist.

Im Business-Kontext funktioniert das ganz wunderbar. Zeige öffentlich mit welchen Themen du dich auskennst und etabliere dich so mit der Zeit als erfahrende Expertin. Personal Branding funktioniert sicherlich nicht über Nacht, ist aber eines der schönsten Long-Tail-Erfolge von Podcaster*innen.

8. Sprecher Engagements

Sobald du dich als Expert*in für dein Fachgebiet etabliert hast, werden auch Interviewanfragen und Speaker Engagements in deine Inbox flattern. Auch das ist sicherlich kein Quick Win, aber der verdiente Lohn für jahrelange Arbeit.

Podcaster*innen, die eine Nische für sich gefunden haben, werden hier sicherlich schneller zum Erfolg kommen, als Hosts, die über alles mögliche sprechen. Daher zählt: dran bleiben und sich immer weiter in das eigene Thema einarbeiten.

9. Exklusivverträge

Zum Schluss folgt ein Punkt, auf den Podcaster*innen kaum Einfluss haben, außer regelmäßig abzuliefern. In Deutschland kennen wir Beispiele wie Gemischtes Hack, Herrengedeck oder A Mindful Mess - alles Formate, die von Spotify exklusiv eingekauft wurden.

So ein Exklusivvertrag fällt nicht vom Himmel, sondern ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Zudem gibt es auch hier eine Schattenseite. Die sogenannten Originals verfügen nicht mehr über einen RSS-Feed und können dementsprechend nur noch in der hauseigenen App gehört werden.

Einen einfacheren Weg zum Exklusiv-Vertrag bietet die dänische Plattform Podimo. Die Einnahmen der Premium-Mitgliedschaften teilt Podimo unter den Podcaster*innen auf. Beliebte Podcasts partizipieren so schnell am Erfolg.

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